Gleitsichtgläser von nah bis fern

 

Gleitsichtgläser

 

Warum brauchen wir überhaupt Gleitsichtgläser?

Ab dem 40. Lebensjahr lässt bei den meisten Menschen die Fähigkeit nach, in der Nähe scharf zu sehen - ein ganz natürlicher Vorgang.

Ähnlich wie bei einem Fotoapparat müssen unsere Augen für verschiedenen Distanzen "scharfgestellt" werden. Dazu besitzt unser Auge eine "verstellbare" Augenlinse. Diese wird von einem Augenmuskel durchgewölbt um das Bild zu fokusieren - bei der Alterssichtigkeit  (Presbyopie) - ist die Elastizität der Augenlinse eingeschränkt, d.h. sie ist verhärtet und kann sich nicht mehr ausreichend wölben.

Wir haben unsere Akkommodationsfähigkeit verloren.

 

Diese Gläser müssen eine technische Meisterleistung vollbringen:

Sie sollen gleichzeitig Kurz- oder Weitsichtigkeit korrigieren - und ihrem Träger auch auf alle Distanzen zwischen Ferne und Nähe scharfe Sicht gewähren.

Die obere Hälfte des Glases dient der Fernsicht. Um besser Lesen zu können, verändert sich die Stärke in der unteren Hälfte des Glases. Am unteren Fassungsrand wird der maximale Lesebereich erreicht. Der Bereich zwischen Fern- und Lesestärke ist der ÜBergangs- oder auch Progressionsbereich.

Mit modernen individuellen Gleitsichtgläsern können die Sehbereiche in Größe und Lage so optimiert werden, dass Sie im Alltag maximalen Sehkomfort genießen können.

 

Wie unterscheiden sich Gleitsichtglasqualitäten?

 

Generell gilt:

Je mehr Rücksicht das Gleitsichtdesign auf die individuellen Eigenschaften seines Trägers nimmt, desto störungsfreier und entspannter ist das Sehen.

Die besten und modernsten Gleitsichtgläser berücksichtigen neben den eigenen Brillenglasstärken noch die Position der Gläser vor den Augen - dazu gehört der Abstand Brille Auge, die sogenannte Vorneigung, die Durchbiegung und natürlich auch der eigene Augenabstand.

Die Unterschiede zu einem Standardgleitsichtglas sind durchaus gravierend: deutlich kürzere Eingewöhnungszeit, weniger Bewegungen des Kopfes, insgesamt ein natürlicheres, großflächigeres Sehen in allen Bereichen - für bequemes Lesen, sicheres Autofahren und ermüdungsfreies Arbeiten.

 

2008 hat die Eidgenössisch Technische Hochschule Zürich die bisher umfangreichste Verträglichkeitsstudie für Gleitsichtgläser durchgeführt. Dabei hat das Glas das die meisten Individualparametern berücksichtigt, am Besten abgeschnitten:

Rodenstock Impression Freesign
Zum Ergebnis.

einfaches Gleitsichtglas

Der Glashersteller berücksichtigt nur die Glasstärken bei der Berechnung des Glases. Meist wird auch nur eine Gleitsichtfläche auf die Innen- oder Aussenseite des Glases aufgeschliffen. Oft werden rechtes und linkes Glas nicht auf einander abgestimmt.

Die hierbei eingeschliffenen Sehbereiche sind schmaler. Das bedeutet reduzierten Sehkomfort vorallem im Zwischenbereich und eine etwas längere Eingewöhnungszeit.

gute Eignung bei diesen Voraussetzungen:

  • Sphäre bis ca. +/- 4,00 Dioptrien
  • Zylinderwirkung nicht größer als +/- 0,75 Dioptrien
  • Nahwirkung bis + 1,25 Dioptrien
  • Augenabstand um 64 mm (+/- 2,0 mm)

unsere Glastypen:

  • Rodenstock Progressiv free life
  • OptiSwiss be 4ty+ und be 4ty+ HD0
Universelles Gleitsichtglas

Beide Gläser werden auf einander abgestimmt, dabei wird meist der eigene Augenabstand bei der Glasberechnung berücksichtigt. Meist werden Innen- und Außenseite des Gleitsichtglases mit einer Gleitsichtfläche versehen.

Dabei werden alle Sehbereiche gut nutzbar und verfügen über große Sehfelder. Das bedeutet guten Sehkomfort und eine hohe Spontanverträglichkeit.

bessere Eignung bei diesen Voraussetzungen:

  • Sphäre auch deutlich über +/- 4,00 Dioptrien
  • Zylinderwirkung bis ca. +/- 1,25 Dioptrien
  • Nahwirkung bis + 2,00 Dioptrien
  • Augenabstand weicht deutlich von 64 mm ab

unsere Glastypen:

  • Rodenstock Multigressiv Myview
  • OptiSwiss be 4ty+ HD1
Individuelles Gleitsichtglas

Maßangefertigte, individuelle Gleitsichtgläser bieten die größtmöglichen Sehbereiche und den spontan höchsten Sehkomfort. Hierbei werden meist alle heute zur Verfügung stehenden Erkenntnisse bei der Glasberechnung berücksichtigt.

Nur soviel sei erwähnt, neben der Glasstärke und dem Augenabstand wird berücksichtigt: Vorneigung der Brille, Fassungsscheibenwinkel, Hornhaut-Scheitelabstand, Listingsche Regel (Achsveränderungen bei Blickbewegungen des Auges), individuelle Zonenhöhe für Ferne, Zwischenbereich und Nähe - u.v.m.

Die vielen zusätzlichen Parameter sind nur sinnvoll mit einem VideozentrierSystem zu ermitteln, da sie ansonsten nur sehr schwer oder gar nicht zu messen sind. 

bitte beachten Sie:
Das Einmessen diesen Glastypes sollte unbedingt mit einem Videozentriersystem erfolgen!

noch bessere Eignung bei diesen Voraussetzungen:

 

  • Sphäre deutlich über +/- 6,00 Dioptrien
  • Zylinderwirkung auch über +/- 1,50 Dioptrien
  • Nahwirkung größer als + 2,25 Dioptrien
  • Augenabstand weicht deutlich von 64 mm ab
  • prismatische Wirkungen
  • spezielle Einsatzbereiche (mehr Nah- oder Fern-Profil)
  • Mittendicken-Optimierung

unsere Glastypen:

  • Rodenstock Impression (Freesign, Hyperop, Myop, Sport)
  • OptiSwiss be 4ty+ HD5